Samivis Impulse

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Samivi

Es war im Sommer 1999 als ich zum ersten Mal von diesem Pferd hörte. Sie wurde von einem kleinen Tierschutzverein, der sie aus einer katastrophalen Haltung geholt hatte, zur Hufklinik nach Tübingen gebracht, weil man keine andere Möglichkeit sah ihr zu helfen. Als sie dort ankam hatte sie tellergroße Hufe, in die auch noch Hufeisen eingewachsen waren und war insgesamt in einem erbarmungswürdigen Zustand.

Mir wurde damals nur durch meine Hufpflegerin von ihr erzählt und sie meinte, dass dieses Pferd optimal zu mir passen würde. Aber ich wollte kein zweites Pferd und schon gar kein so krankes.

Von diesem Zeitpunkt an hatte mich der Gedanke an sie nicht mehr losgelassen. Ich konnte tun was ich wollte, immer wieder spukte mir dieses Pferd im Kopf herum. Obwohl ich sie nie gesehen hatte, konnte ich einfach nicht anders, als immer wieder an sie zu denken. Komisch.

Ein gutes Jahr später war ich dann tatsächlich auf der Suche nach einem zweiten Pferd, da mein altes Mädle Ramona nun schon mehrere Monate nicht mehr reitbar war. Ein junges gesundes Pferd sollte es sein, damit ich die Freuden des Reitens wieder ungetrübt genießen könnte.

In dieser Zeit kam ich dann mal selbst in die Hufklinik, weil ich jemanden dort hinfahren musste. Neugierig geworden schaute ich mir das Pferd dort an und schmolz beim Blick in ihre Augen, wie Butter in der Sonne dahin.

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Ein Termin für einen Proberitt wurde vereinbart. Als sie an diesem Termin aber von der Koppel geholt wurde, kam sie so furchtbar schlecht daher, dass ich erschüttert war, dass jemand auf den Gedanken gekommen war, ich könnte auf ihr probereiten.

Ich sah mir die Hufe noch an und entschied mich dann "vernünftigerweise", kein so krankes Pferd haben zu wollen.

So kam es, dass ich dann eines Tages, ausgestattet mit einer Liste von Leuten die Pferde abzugeben hatten, vor meinem Telefon saß. Ich nahm den Hörer in die Hand, fing an zu wählen und legte wieder auf. So ging das den ganzen Tag immer wieder. Was war nur mit mir los?

Am Abend rief ich meiner Hufpflegerin an, um einen Termin für Ramonas Hufpflege zu vereinbaren. Sie erzählte mir, dass sich die Lebensumstände des Pferdes sehr zum Nachteil verändert hätten und legte mir nahe, es mir noch einmal zu überlegen.

Da sie mich ohnehin nicht mehr losgelassen hatte, entschied ich dann am nächsten Tag, sie trotz allem bei mir aufzunehmen.

Zunächst musste eine passende Unterbringungsmöglichkeit geschaffen werden. Im Februar 2001 war es dann soweit. Ich holte sie zu Fuß dort ab. Auf dem Weg zu unserem Stall hatte ich ganz intensiv das Gefühl, sie zu mir nach Hause zu holen.

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